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Rekultivierungsmaßnahmen am Abfallwirtschaftszentrum Kalbach

Aktuelle Nachricht vom 1.5.2016

Auf dem Gelände des Abfallwirtschaftszentrums Kalbach wurde bis Mai 2005 der gesamte im Landkreis Fulda anfallende Hausmüll abgelagert. Der Gesetzgeber hat die Ablagerung auf Deponien zum 31. Mai 2005 beendet. Seit Juni 2005 muss der Müll entweder verbrannt (sog. "thermische Behandlung") oder so vorbehandelt werden, dass negative Auswirkungen auf die Umwelt weitgehend vermieden werden (mechnische oder mechanisch-biologische Behandlung mit anschließender energetischer Verwertung). Dabei sind hohe Vorgaben zu erfüllen.
Obwohl die auf dem Abfallwirtschaftszentrum Kalbach vorhandenen Ablagerungsflächen noch für viele Jahre Ablagerungskapazitäten geboten hätten, werden die im Landkreis anfallenden Abfälle seither nicht mehr dort abgelagert, sondern in einer eigens errichteten Umladehalle angeliefert. Dort werden sie zu transportgerechten Einheiten zusammengestellt und in zugelassene Entsorgungsanlagen zur weiteren Behandlung abtransportiert. Dort wird der kontinuierlich anfallende Hausmüll aufbereitet und anschließend hochwertig und sicher verwertet.
Die in Kalbach ehemals zur Abfallablagerung genutzten Flächen sind speziell gesicherten und zum Schutz des Grundwassers mit einem Abdichtungssystem im Untergrund ausgerüstet. Diese Flächen müssen nun rekultiviert werden.

Übersicht Abfallwirtschaftszentrum KalbachNachdem die Setzungen durch Abbauprozesse im Deponiekörper abgeklungen sind, soll in einem ersten Schritt auf den beiden ältesten Teilflächen von rd. 6,5 Hektar die Oberfläche abgedichtet werden. Der „Westhügel“ wurde bis 1998 mit Abfällen befüllt, der „Nordwesthügel“ bis 2000. Die  Abfälle wurden mit einem speziellen Gerät („Kompaktor“) zerkleinert und verdichtet eingebaut. Seither sind die Flächen mit mineralischem Material „temporär abgedeckt“, um das Eindringen von Niederschlagswasser und Geruchsbelästigungen durch Gasaustritte zu verringern.
Hier soll nun ein rd. 2 Meter starkes, mehrstufigen Dichtungssystem aus Ton, Kunststoffbahnen und rekultivierungsfähigem Boden aufgebaut und das Emissionsverhalten verbessert werden. Das Dichtungssystem verhindert den Eintritt von Niederschlagswasser in die abgelagerten Abfälle, das dann wegen seiner Verschmutzungen aufwändig gereinigt werden muss und vermindert das Entweichen von Deponiegas aus  Abbauprozessen im Deponiekörper.

Die aufwendigen technischen Einrichtungen, wie die Reinigungsanlage für Deponiesickerwasser und die Anlagen zur Fassung und Verwertung von Deponiegas werden weiterhin betrieben und verbessert, um Umweltbeeinträchtigungen zu verhindern. Das Regierungspräsidium Kassel hat die in 2013 eingereichten Planunterlagen zum Bau der Oberflächenabdichtung am 07.11.2014 genehmigt.

Die Bauarbeiten zur Oberflächenabdichtung mit Gesamtkosten von rd. 5 Mio. Euro beginnen im April 2015 und werden voraussichtlich über 2 Jahre bis Ende 2016 andauern. Die benötigten Finanzmittel sind bereits in den vergangenen Jahren angespart worden.

Das nebenstehende Schaubild zeigt den Aufbau der Oberflächenabdichtung.Aufbau Oberflächenabdichtung
Zunächst wird der Bewuchs und die obere Schicht der Zwischenabdeckung abgeschoben, um eine geeignete Auflagefläche für das mehr als 2 Meter starke Dichtungssystem zu schaffen. Um eine zügige Abdichtung offener Deponieflächen sicherzustellen, soll dies in mehreren kleineren Bauabschnitten erfolgen. Unter Umständen kann es hierdurch kurzfristig zu Geruchswahrnehmungen kommen. 

Zur Herstellung der Gasdrain- und Ausgleichsschicht sowie zur Rekultivierungsschicht werden ca. 130.000 Kubikmeter Material benötigt, die örtlich nur begrenzt vorhanden sind. Insofern wird während der Baumaßnahmen ein erhöhter Anlieferverkehr auf dem Abfallwirtschaftszentrum Kalbach zu erwarten sein.

Gleichzeitig werden auch die bestehenden Verwertungsanlagen für Deponiegas grundlegend erneut. Die vorhandenen Gasmotoren werden durch moderne Mikrogasturbinen ersetzt.

 

Das nebenstehende Foto zeigt den aktuellen Stand der Baumaßnahmen in Kalbach zum 15. Juli 2015 mit dem beginnenden Aufbau eines sogenannten "Probefeldes" auf den Deponiekörper. Zu sehen sind die rd. 0,5 Meter starke Gasentspannungsschicht, die "Bentonitmatte" und die Kunststoffdichtungsbahn.
Es fehlen noch die Entwässerungsmatte, die rd. 1,2 Meter starke Rekultivierungsschicht sowie die rd. 0,3 Meter starke Schicht aus spezieller Steinerde.