Papier, Pappe und Karton

In der Papiererzeugung haben Ersatzrohstoffe lange Tradition. Seit Erfindung des Papiers im 2. Jahrhundert v. Chr. bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Papier aus recycelten Rohstoffen (Hanf, Lumpen) hergestellt. Danach bekam Holz als Rohstoff für die Papierproduktion große Bedeutung. Heute ist Altpapier zum wichtigsten Rohstoff deutscher Papierfabriken geworden.

Altpapierrecycling hat viele Vorteile: Es schont natürliche Ressourcen, spart Wasser und Energie, hat geringere Kohlendioxidemissionen und verwendet umweltverträglichere Chemikalien.

Aufbereitung

Das gesammelte Altpapier wird vorsortiert und von groben Fremdstoffen befreit. (Eine Feinsortierung des in den Haushalten gesammelten Altpapiers ist für die Herstellung von Verpackungspapieren im Allgemeinen nicht erforderlich.)

Dann wird das Altpapier zu Großballen gepresst und in der Fabrik zur weiteren Verarbeitung angeliefert.

Bevor das Altpapier für die Produktion verwendet werden kann, muss es aufbereitet werden. Im "Pulper", der wie ein überdimensionaler Küchenmixer arbeitet, wird das Altpapier zunächst mit Wasser aufgelöst und zerfasert. Spezielle Reinigungsvorrichtungen entfernen die wasserunlöslichen, papierfremden Bestandteile (z. B. Metalle, Kunststoffe, Klebefilme usw.).

Danach durchläuft der Altpapierfaserbrei noch mehrere Reinigungs- und Siebstufen. Je nach Anforderung an das Papier müssen in einigen Fällen noch die Druckfarben abgetrennt werden (durch sog. "De-Inkingverfahren").

Der gereinigte Papierbrei wird mit neuen Papierfasern sowie mit Füll- und Hilfsstoffen (z.B. Kreide) vermischt.
Anschließend wird er in der Papiermaschine durch Siebe, Pressen und Walzen entwässert und verbindet sich so zu Papier. Nach dem Trocknen und Glätten ist das neue Papier fertig.

Jedoch sind dem Altppaierrecycling Grenzen gesetzt. Weil es bei jedem Recyclingvorgang an Qualität verliert (die Papierfasern werden kürzer und die Festigkeit lässt nach), müssen immer wieder frische Fasern zugegeben werden.