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Bio-Tonne - teils hohe Verunreinigungen

Aktuelle Nachricht vom 6.5.2019

In den vergangenen Wochen wurde bereits mehrfach über die Vorteile einer hochwertigen Bioabfallverwertung informiert. Allerdings bereitet die zunehmende Verschmutzung der Bioabfälle durch andere Abfälle, insbesondere durch Kunststoffabfälle, große Probleme und verursacht hohe Kosten. Aus diesem Grund haben wir in den vergangenen Wochen Kontrollen der Biotonnen durchgeführt. Im Ergebnis konnten wir feststellen, dass sehr viele Bürgerinnen und Bürger ihre Bio-Tonnen sehr bewusst und ordentlich ausschließlich mit organischen Abfällen befüllen.

Leider gibt es aber auch eine erhebliche Anzahl an Bio-Tonnen, in denen sehr viele Fremdstoffe enthalten waren. Diese Tonnen wurden durch rote Aufkleber gekennzeichnet. Gleichzeitig wurden alle Verursacher persönlich angeschrieben, über die Störstoffe in ihrer Biotonne informiert und mit einem weiteren Informationsblatt auf die Notwendigkeit einer sortenreinen Befüllung hingewiesen. Nicht nur Bio-Tonnen in großen Wohnanlagen in dicht besiedelten Innenstädten, sondern auch in Einfamilienhäuser im ländlichen Raum waren durch andere Abfälle verunreinigt. Einen Eindruck über die festgestellten Störstoffe erhalten Sie durch die obige Bilderserie.

Sehr oft wurden die eigentlichen Bioabfälle wie Obst- und Gemüsereste, Fleisch-/Wurst-/ Käsereste oder überlagerte Nahrungsmittel mitsamt ihrer zumeist aus Kunststoff bestehenden Verpackungen (Kunststoffschalen, Tüten, Folien, Dosen, Gläser usw.) in die Bio-Tonne gegeben. Zum anderen werden zur Vorsortierung im Haushalt die Bioabfälle offensichtlich in vielen Fällen in Plastiktüten gesammelt und dann mit diesen zusammen in die Bio-Tonne gegeben. Teils wurden auch andere Abfälle bis hin zu Windeln und Hausmüll in den Bio-Tonnen vorgefunden. Diese Stoffe erschweren eine Verwertung bzw. machen sie sogar unmöglich. Die oft intensiv mit Bioabfällen vermischten Fremdstoffe müssen aussortiert werden. Durch die erforderliche Entsorgung dieses Stoffgemisches geht wertvoller Bioabfall verloren. Zudem fallen erhebliche Kosten an, die über die Abfallgebühren von allen Bürgerinnen und Bürgern finanziert werden müssen. Eine vollständige Entfernung aller Fremdstoffbestandteile ist oft gar nicht mehr möglich, so dass Kleinteile im Kompost verbleiben können. Wegen der hohen Anforderungen an den erzeugten Kompost kann dieser dann im schlimmsten Fall nicht mehr verwendet werden - ein gewaltiger Schaden.

Ganz wichtig: Packen Sie kompostierbare Küchenabfälle bitte nicht in Plastiktüten ein, bevor Sie diese in die Bio-Tonne geben. Plastiktüten gefährden die weitere Behandlung der Bioabfälle. Wickeln Sie nasse Bioabfälle stattdessen lieber in Zeitungspapier ein! (Sie können mit wenigen Handgriffen aus alten Zeitungen auch selbst eine Sammeltüte für Ihre Bioabfälle in der Küche basteln. Die Faltanleitung finden Sie in der Kategorie "Tips und Tricks" unter dem Menüpunkt "Service".) 

Auch "kompostierbare" oder "abbaubare" Plastiktüten, die einige zur Vorsortierung von Bioabfällen in Ihrem Haushalt verwenden, dürfen nicht in die Bio-Tonne. Auch wenn die Hersteller damit werden, dass die Tüten abbaubar sind, verursachen Sie im Verwertungsprozess Problme. Sie werden in den Verarbeitungszeiträumen nicht vollständig abgebaut, die Reste verbleiben als Störstoffe im Kompost, sind als solche nicht zu erkennen und gefährden so die weitere Verwendung des erzeugten Kompostes. Auch bei der Vorabkontrolle in der Verwertungsanlage sind sie nicht als solche zu erkennen und müssen deshalb wie normale Plastiktüten mit den Bioabfallanhaftungen oder Inhalten ausortiert und kostenaufwendig entsorgt werden. Zu Kompost werden diese Tüten im Übrigen nie; sie zerfallen zu Kohlendioxid, Wasser und Mineralstoffen.

Packen Sie noch verpackte Bioabfälle aus und entsorgen die Verpackungen getrennt (Kunststoffverpackungen und Dosen = Gelber Sack/Gelbe Tonne, Gläser und Flaschen = Altglascontainer).

Der Gesetzgeber hat mit dem Ziel des Ressourcen- und Klimaschutzes die Getrenntsammlung von Bioabfällen verpflichtend vorgegeben. Falsch befüllte Biotonnen werden künftig nicht mehr geleert. Auch die Festsetzung eines Bußgeldes ist bei wiederholter Fehlbefüllung der Bio-Tonne möglich. Im Zweifel muss dann ein zusätzliches kostenpflichtiges Restmüllgefäß vorgehalten werden, um die bisher in der Bio-Tonne enthaltenen Restabfälle entsorgen zu können.  Eine Befreiung von der Pflicht zur Vorhaltung einer Biotonne kann nur auf schriftlichen Antrag erfolgen, wenn alle anfallenden Bioabfälle nachweislich auf dem eigenen Grundstück kompostiert werden.

Wegen der festgestellten Verschmutzungen wird die Kontrolle der Biotonnen fortgesetzt, um der gesetzliche Verpflichtung zur Getrenntsammlung von Bioabfällen nachzukommen und eine hochwertige Verwertung organischer Abfälle sicherstellen zu können. Unsere Abfälle - sei es aus Nichtwissen oder Bequemlichkeit - finden nicht immer den Weg in die richtigen Sammelsysteme. Dabei stehen diese jedem direkt an seinem Grundstück zur Verfügung. Gerade eine sortenreine Bioabfallsammlung hilft unserer Umwelt und Natur und vermeidet die Verschleppung von Kunststoffabfällen und anderen Reststoffen auf unsere Böden. Mit wenig Aufwand kann jeder Einzelne von uns ganz direkt und einfach einen Teil zu diesem großen gemeinsamen Ziel beitragen.