Restabfall

Selbst die im Landkreis Fulda anfallenden Abfälle aus der Restmülltonne können vollständig verwertet werden. In einer Aufbereitungsanlage der Fa. Umweltdienste Bohn GmbH in Weidenhausen wird der Hausmüll zunächst zerkleinert.

In einer Siebstation werden dann Bestandteile größer 120 mm („Überkorn“), und Bestandteile kleiner 25 mm (“Feinfraktion“) abgetrennt. Das verbleibende „Mittelkorn“ wird über Gebläse (“Windsichter“) von schweren Bestandteilen (Hartkunststoffe, Steine, Glas u.ä.) getrennt. Metallabscheider entnehmen  Metalle, die zu neuen Metallprodukten verarbeitet werden. Die Abluft in der gesamten Anlage wird abgesaugt, entstaubt und über Biofilter gereinigt.

Das „Mittelkorn“ mit einem Heizwert von ca. 12 MJ/kg wird als Ersatzbrennstoff in einem Kraftwerk der B & T Energie GmbH in Witzenhausen eingesetzt, das eine Papierfabrik vollständig mit Energie (Strom und Dampf) versorgt (zum Vergleich: Heizwert luftgetrocknetes Holz ca. 15 MJ/kg, Rohbraunkohle ca. 8 MJ/kg). Das Kraftwerk hat eine Leistung von 124 MW therm und erzeugt 153 t Dampf pro Stunde. Hierfür braucht es ca. 320.000 t Ersatzbrennstoff pro Jahr.

Die „Feinfraktion“ hat einen hohen Biomasseanteil und wird in Vergärungsanlagen zur Biogasproduktion oder in Braunkohlekraftwerken verwendet.

Das „Überkorn“ mit einem sehr hohen Heizwert von ca. 18 MJ/kg wird in Zementwerken energetisch verwertet. Versuche zeigen, dass große Anteile des Überkorns auch werkstofflich verwertbar sind und das Recycling noch effizienter wird. Die neuen gesetzlichen Zielvorgaben können so bereits heute erfüllt werden.

Durch die Entsorgungsverträge mit der Fa. Umweltdienste Bohn GmbH kann die vollständige Verwertung des Hausmülls langfristig gesichert werden.

Brennstoffbunker und Turbine im Kraftwerk, Bild links: "B+T Umwelt GmbH"Brennstoffbunker und Turbine im Kraftwerk, Bild links: "B+T Umwelt GmbH"

In 2015 wurden rd. 37.000 t Restabfälle aus dem Landkreis Fulda zur Entsorgung angeliefert. Aus diesen Abfällen sind bei der Aufbereitung rd. 1.500 t Metalle und rd. 3.300 t mineralische Abfälle abgetrennt und stofflich verwertet worden. Durch die energetische Verwertung der verbleibenden rd. 32.000 t Restabfälle mit einer Feuerungswärmeleistung von insgesamt rd. 103.500 MWh konnten so allein in 2015 rd. 10,3 Mio. Liter fossile Brennstoffe und damit die Emission von rd. 27.400 t fossilem Kohlendioxid eingespart werden.